Die längliche LED-Leuchte mit Fernsteuerung liegt seit knapp zwei Jahren im Originalkarton im Regal ganz unten. Warum ich sie damals gekauft habe, ist mir bis heute ein Rätsel. Irgendwas mit Stock-Fotos und coolen Lichteffekten. Vielleicht kann man das damit machen – ich habe es nie getestet.

Aufgrund meines breit gestreuten Interesses dachte ich seit jeher, ich brauche das und das, dann werden meine Bilder besser. Ob die Bilder über die Jahre besser geworden sind, dieses Urteil überlasse ich anderen. Was ich aber weiß, die Sammlung von unnötigem Equipment ist endlos lang. Und dabei spreche ich nicht von Objektiven. Diese sind Thema für einen eigenen Artikel.

Ein Schrank voller Relikte

Für einen Sommerurlaub vor Jahren konnte ich nicht widerstehen und hab einen Dome-Vorsatz für meine GoPro gekauft. Die 5 Bilder, die ich damit gemacht habe, sehen super aus und will ich nicht missen. Aber der Dome liegt seither im Schrank ganz unten. Zum einen, weil ich die GoPro so gut wie nie mehr nutze und zum anderen bin ich selten an Gewässern, wo man das einsetzen kann.

Apropos GoPro: Für die kleine Actionkamera gibt es so unendlich viel Zubehör. Und mindestens die Hälfte davon habe ich zuhause. Befestigungen für alle möglichen Materialien, kleine Stative, Zusatz-Akkus, Transportboxen und so weiter. Und einen Gimbal – wo der gerade ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr.

Was ich aber jeden Morgen sehe, wenn ich das Zimmer verlasse: der motorisierte Slider, der in der Ecke lehnt. Gekauft für bewegte Timelapses, für cineastische Kamerafahrten, für Aufnahmen, die meine Bilder auf ein neues Level heben sollten. Keinen einzigen habe ich damit gemacht. Er steht einfach da. Jeden Tag.

Ein ganzer Karton Filter

Nicht weit neben der GoPro-Abteilung im Regal liegt eine kleine unscheinbare Box. Darin befinden sich wieder ND-Filter - für meine Mavic Mini. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern, jemals bei einem Flug einen dieser Filter verwendet zu haben. Als ich die Drohne damals aber gekauft habe, war mir relativ schnell klar: ohne Filter wird das nichts.

Zum Thema Filter gibt es aber noch viel mehr. Ich besitze diese in allen Varianten, Formen und Größen. Die ersten noch im 58mm Durchmesser für mein damaliges Kit-Objektiv, weil ich mit Langzeitbelichtungen starten wollte. Doch das Kit-Objektiv war nicht allzu lange mein Begleiter. Der Ersatz – ein Canon EF 17-40 – hatte einen größeren Durchmesser, weshalb die Filter unbrauchbar geworden sind.

Langzeitbelichtung war aber weiterhin ein Thema, also folgte ein rechteckiges Filterset, das man vor der Linse befestigen kann. Dank unterschiedlicher Aufsätze spielte der Durchmesser keine Rolle. Im Set waren auch Farb- und Verlaufsfilter enthalten, die immer noch in der Originalfolie sind. Denn mit dem Upgrade auf Vollformat vor einigen Jahren habe ich festgestellt, dass mit diesem System eine unschöne Vignette entsteht. Seitdem kamen mindestens noch 3 Filter-Systeme dazu. Das aktuelle nutze ich tatsächlich.

Stative, Lichter, Requisiten

Der unnötigste Kauf aller Zeiten waren Fake-Eiswürfel. In meiner „Produktfotografie-Phase“ musste ich diese aber unbedingt haben. Abgesehen davon, dass sie sehr unrealistisch aussehen, habe ich sie nur ein einziges Mal benutzt. Das Ergebnis war dementsprechend ernüchternd.

Ähnlich ist es mit den unterschiedlichen Lichtquellen, die da rumliegen - kleine bis mittelgroße LEDs. Die Bandbreite wurde immer wieder mal erweitert. Meistens im Herbst, wenn das Thema Makro und Pilze wieder in meinen Kopf gerückt ist und ich nach einer Erweiterung für das Licht-Setup gesucht habe. Dabei glaube ich, eines meiner schönsten Pilz-Fotos ist einfach mit dem besten Licht entstanden: der Sonne.

Coca-Cola Dose mit Wasssertropfen auf Eiswürfeln vor schwarzem Hintergrund - Produktfotografie-Experiment
Coca-Cola auf Fake-Eiswürfeln - wenigstens ein Mal im Einsatz.

Weniger ist meistens mehr

Was ich über die Jahre gelernt habe: nicht jeder Kauf löst ein Problem. Manchmal schafft er erst eines. Der neue Filter braucht einen neuen Aufsatz. Das neue Licht braucht einen neuen Diffusor. Und irgendwann steht man vor einem Schrank voller Lösungen für Probleme, die man nie hatte.

Eines haben all diese Dinge gemeinsam: ich werde sie nie mehr brauchen und dennoch liegen sie alle im Schrank. Warum? Man weiß nie, wann man es doch nochmal benötigen könnte. Ein Bild von einem coolen Sommerdrink, da passen die Eiswürfel doch perfekt.

Allerdings weiß ich auch: Sollte die Idee für so ein Bild aufkommen, bestelle ich vermutlich neue Eiswürfel, weil die besser aussehen könnten.

Gezählt habe ich nie, was das alles gekostet hat. Wahrscheinlich steckt da ein gutes Objektiv drin. Aber das gehört wohl dazu.