Seit Jahren schon lade ich Fotos auf Pexels hoch. Irgendwann erfuhr ich von den ersten Meetups – Fotografen treffen sich, machen gemeinsam was, manchmal ein Fotowalk, manchmal mit Models. Das Konzept ist simpel: Ort, Zeit, Kamera mitbringen, Rest ergibt sich. Beim ersten Meetup in München waren Models dabei. Für mich gleich zwei Premieren auf einmal: erstes Meetup, erste Portraits mit unbekannten Models.

Ich war sofort dabei – neugierig, und ehrlich gesagt ziemlich nervös.

Null Vorbereitung, fünf unbekannte Gesichter

Rund um den Rosenheimer Platz, fünf oder sechs Fotografen, vier Models. Ich hatte keine Ahnung was mich erwartet. Und vor allem keine Ahnung, wie man das macht: Wie gibt man Anweisungen? Was sagt man überhaupt? Wohin stellen?

Was ich dann feststellte: die anderen auch nicht so recht. Alle etwas zurückhaltend am Anfang – Fotografen und Models gleichermaßen. Keiner der sofort loslegt und die Regie übernimmt. Irgendwie beruhigend. Und gleichzeitig natürlich die Situation, in der man selbst auch nicht derjenige sein will, der als erstes stolpert.

Ich beobachtete, fotografierte lieber aus dem Hintergrund, ließ die anderen machen. Irgendwann trennte sich die Gruppe etwas auf – und dann war es etwas einfacher. Mit einem anderen Fotografen zusammen, ohne die ganze Gruppe, begann ich langsam lockerer zu werden. Nicht wirklich anzuweisen. Aber zumindest dranzubleiben.

Das ist übrigens bis heute so geblieben: Ich bin besser, wenn das Model einfach macht und ich im richtigen Moment auslöse. Wenn ich eingreifen muss, tue ich es – aber von sich aus laufen lassen funktioniert für mich besser als strikte Regie.

Zwei Frauen sitzen vor einer Graffiti-Wand in München bei einem Foto Shooting
Irgendwann trennte sich die Gruppe – und auf einmal lief es.

Was ich damals noch nicht wusste

Wenn ich die Bilder von dem Tag heute anschaue, sehe ich den Unterschied zu jetzt sofort. Der Fokus lag damals fast ausschließlich auf zwei Dingen: ist das Bild scharf und stimmt die Belichtung. Haare, Look, Hintergrund, Komposition – das spielte kaum eine Rolle. Nicht weil es mir egal war, sondern weil ich schlicht noch nicht so dachte. Das Handwerk kam zuerst, der gestalterische Blick danach.

Manche Dinge sind heute immer noch gleich. Aber vieles hat sich entwickelt.

Der Anfang von mehr

Nach dem Meetup hatte ich Lust auf mehr. Ich begann aktiv auf Instagram Leute anzuschreiben, TFP-Shootings zu organisieren, ein kleines Netzwerk aufzubauen. Portrait für Portrait. Bis heute.

Was mich an solchen Meetups fasziniert: Sie senken die Schwelle für alle. Models die Erfahrung sammeln wollen, Fotografen, die nicht wissen, wo sie anfangen sollen – das Format macht Kontakte möglich, die sonst nicht entstehen würden. Pexels macht das bis heute und es entstehen immer mehr solcher Gruppen zum Beispiel via Instagram. Seitdem war ich bei zahlreichen weiteren unterschiedlichen Meetups in München dabei – und einem in New York. Eine gute Entwicklung und Abwechslung zum Alleine-Losziehen.

Das erste Shooting war holprig, nervös und unvorbereitet. Aber es war der Anfang von dem, was heute ein fester Teil meiner Fotografie ist.

Rosenheimer Platz, März 2024

Frau mit Lederjacke sitzt an einem Café-Tisch im Freien
Lächelnde blonde Frau
Zwei Frauen auf einem Motorroller in einer Straße