Seit mindestens 18 Jahren drucke ich jedes Jahr dasselbe: einen Wandkalender als Weihnachtsgeschenk für meine Eltern. Bilder rausgesucht, irgendwo ein billiges Angebot gefunden, fertig. Mehr Gedanken habe ich mir nicht gemacht. Zumindest früher. Denn man kann da so viel mehr rausholen – und das gilt für Prints generell.

Von MediaMarkt bis Alu Dibond

Vor Jahren habe ich sporadisch immer mal wieder Bilder drucken lassen. Meistens im 30x40 Format als Poster bei MediaMarkt. So richtig begeistert war ich nie – auch weil ich mich zu wenig damit beschäftigt habe. Einfach so an die Wand geklebt war das Ergebnis nicht besonders toll.

Das änderte sich vor ca. drei Jahren, als ich einen Canon Selphy geschenkt bekam. Zuerst wusste ich nicht so recht, was ich damit anfangen soll. Heute liebe ich das Gerät und spiele damit regelmäßig rum und schaue, was so geht. Die Möglichkeiten sind begrenzt, klar. Aber hin und wieder einfach Bild in den Händen zu halten, ist ein schönes Gefühl – egal ob man es an die Wand hängt oder einfach erstmal beiseite legt. Im Gegensatz zu Digital bleibt das Bild.

Der kleine Drucker mit großer Wirkung

Viel wichtiger war aber etwas anderes: Durch den Selphy wurde das Thema Print für mich immer interessanter. Vor allem größere Formate und andere Varianten als das klassische Fotopapier reizten mich. Zum ersten Mal habe ich mich ernsthaft damit beschäftigt – und zum ersten Mal nicht bei klassischen Fotoservices bestellt, sondern etwas mehr Geld in die Hand genommen und bei Saal ein Bild auf Alu Dibond drucken lassen. Ein Portrait meines Bruders.

Ich war etwas unsicher. Das Produkt war deutlich teurer als die gewohnten Poster, und man weiß ja nie, wie das Endergebnis wirklich ist. Aber als ich das Paket aufgemacht habe, wusste ich direkt: das war die richtige Entscheidung. Die Oberfläche, das Schwarz-Weiß auf diesem Material, wie das Licht darauf fällt. Das hat mich so begeistert, dass seitdem viele weitere Portraits gedruckt und verschenkt wurden – und das wird so bleiben. Und jedes einzelne hat mich beim Auspacken genau so begeistert wie das erste. Mit der richtigen Aufhängung dazu wirkt das einfach anders. Nicht wie ein Poster, sondern wie ein echtes Bild.

Ähnliches Erlebnis bei meinem letzten Projekt. Ich habe meine Fotowand zuhause neugestaltet. Die ersten Drucke auf Hahnemühle Photo Rag in den Händen halten, war sehr interessant. Dieser matte Look, die Haptik – irgendwie spannend, irgendwie anders. Eine eigene Welt, in der ich mich verlieren könnte.

Canon Selphy Fotodrucker mit frisch gedruckten Fotos im Ausgabefach
Klein, aber unterschätzt – der Canon Selphy hat meine Liebe zum Print geweckt.

Fotos schenken – old school oder unterschätzt?

Seitdem schenke ich regelmäßig zu Anlässen Fotos. Nicht immer auf Alu Dibond, aber hochwertig gedruckt. Vielleicht wirkt das altbacken – oh nein, wieder ein Bild. Aber weil kaum jemand noch selbst druckt, bekommen sie von mir wenigstens eines. Für meine Cousine drucke ich immer wieder Portraits ihres Sohnes. Die hat das für alle Ewigkeit. Ein Foto in der Cloud vermutlich nicht.

Egal ob Schnappschuss oder bewusst gemachtes Foto – es lohnt sich, hin und wieder etwas zu drucken. Ich würde empfehlen etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Am Ende spielt das aber keine Rolle, denn: Der Moment wird greifbar. Und das ist mehr wert als tausend digitale Kopien.