Wildlife, Macro, Landscape, Reise, Events

Sarah Wolf fotografiert die Welt mit offenem Blick – von der Libelle auf dem Schilfhalm bis zum Nachthimmel über Norwegen. Die Fotografin, bekannt als Sunshine Photography, hat Hamburg als ihre fotografische Heimat entdeckt. Ihre Bandbreite reicht von Wildlife und Macro über Landscape bis zu Events und Street.

Q Polarlichter zu fotografieren, bedeutet reisen, warten, oft Enttäuschung. Was hat dich dazu gebracht und was war der magischste Moment dabei?

Als ich mich vor 2 Jahren intensiv mit der Fotografie beschäftigt habe, hat mich vor allem die Naturfotografie mit all ihren Möglichkeiten in ihren Bann gezogen. Da habe ich auch mich bewusst mit den Polarlichtern beschäftigt und seitdem hat dieses Naturspektakel mich in seinen Bann gezogen. Nun haben wir in Deutschland nicht unbedingt die beste Voraussetzung die Polarlichter zu beobachten, geschweige denn zu fotografieren. Dadurch stieg bei mir umso mehr das Interesse, die Polarlichter zu sehen und nach meinen Vorstellungen fotografisch festzuhalten. Es gab letztes Jahr und zu Beginn 2026 nun auch verstärkt in Deutschland die Möglichkeit das Naturspektakel zu bestaunen.

Im Januar 2026 waren dann endlich die Bedingungen ideal nach einigen vorangegangenen Misserfolgen. Schon auf der Fahrt zum Fotospot sah ich aus dem Auto am Himmel das Lichtspiel und war sofort begeistert. Ich konnte es kaum erwarten bis endlich die Kamera auf dem Stativ war und endlich meine ersten Bilder im Kasten waren. Das war schon ein sehr toller und unvergesslicher Moment.

Mit meinem Partner war ich dann ca. 4 Wochen später in Nordnorwegen - eine sehr wichtige Reise für mich - hier ergaben sich an verschiedenen Orten perfekte Bedingungen die Polarlichter am Himmel zu beobachten und zu fotografieren. Jedes Mal, wenn ich in den Nachthimmel geschaut habe, war es einfach nur magisch. Da wiegen die Momente, in denen es nicht klappt, nicht allzu schwer.

Q Die Welt der Spinnen und Insekten ist eine komplett andere als Landscape oder Street. Was fasziniert dich daran – was siehst du da, was andere übersehen?

Ja, es ist eine völlig andere Art der Fotografie, denn alles spielt sich auf einem kleinen Raum ab. Es ist aber umso spannender, wenn man einmal genauer hinschaut, was da im Kleinen und meist im Verborgenen um uns herum passiert und das ist genau der Punkt was mich daran so fasziniert. Diesen Teil der Natur sichtbar zu machen und ästhetisch darzustellen und dadurch auch vielleicht andere inspirieren genauer hinzusehen und die Umwelt bzw. Natur bewusster wahrzunehmen. Ein Vorteil hat das Ganze auch, man muss nicht weit irgendwo hinfahren – die Wiese um die Ecke reicht hier schon meistens aus, um vieles zu entdecken. Ich beobachte auch hier das Verhalten der Tiere, wie zum Beispiel wie sich eine Libelle an einem Schilfhalm sonnt oder eine Spinne ihr Netz aufspannt. Es gibt da sehr viel zu entdecken.

Q Du fotografierst viel in und um Hamburg. Was macht die Stadt für dich fotografisch interessant?

Im Herbst 2024 bin ich in den Norden gezogen und habe dadurch auch Hamburg kennen gelernt. Ich habe sofort gemerkt, dass diese Stadt so viel zu bieten hat und ich mich hier fotografisch sehr gut entfalten kann. Angefangen vom urbanen Leben mit unzähligen tollen Fotospots, tollen Sportveranstaltung, vielen Parks und Wäldern bis hin zu den vielen Volksfesten bietet die Stadt einfach so viel.

Q Du fotografierst aus Leidenschaft aber auch für Kunden. Verändert sich etwas, wenn jemand bezahlt – arbeitest du anders, schaust du anders?

In erster Linie ist die Fotografie für mich ehrliche Leidenschaft, da ich meine Kreativität und auch meine Sicht auf die Dinge um mich herum ausdrücken kann. Auf die Frage, ob sich was verändert, wenn ich für einen Kunden fotografiere oder ich anders arbeite, kann ich nur so antworten, dass ich immer mit voller Leidenschaft dabei bin und ich keinen Unterschied mache, da es in meinen Augen sonst nicht ehrlich und authentisch ist.

Jedes Mal, wenn ich in den Nachthimmel geschaut habe, war es einfach nur magisch.
Sarah Wolf

Q Welches Bild hat dich am meisten gekostet – Geduld, Wetter, Nerven?

Es ist denk ich nicht ein Bild, was in der Umsetzung viel gekostet hat, sondern eher gewisse Situationen oder Bedingungen, die vieles abverlangen.

Q Welches Bild – von dir oder von jemand anderem – hat dich zuletzt wirklich getroffen/ beeindruckt, und warum?

Ehrlich gesagt, kann ich auf diese Frage keine definitive Antwort geben, da ich die Arbeiten vieler anderer Künstler/Fotografen sehr schätze. Es ist auch meist eher die Arbeit dahinter wie das Bild oder das Projekt entstanden ist und man spürt wieviel Herzblut die Person da reingesteckt hat.

Q Was sollen Menschen fühlen, wenn sie deine Arbeit sehen?

Ich möchte, dass meine Arbeit Menschen berührt, bewegt und in Erinnerung bleibt.

Q Was würdest du dir selbst raten – dem jüngeren Ich das gerade anfängt hinter der Kamera und noch nicht weiß, wohin die Reise geht?

Eine sehr interessante Frage, ich selbst bin ja auch noch recht jung und habe in den Jahren in den ich jetzt fotografiere sehr viel gelernt habe. Das was ich meinem jüngeren Ich mit auf dem Weg geben würde ist immer neugierig zu bleiben, authentisch zu sein und einfach Spaß haben.